Hochwechsel vom Feistritzsattel:
Kammwanderung entlang der Landesgrenze
Das Wechselland (Abb. 1) bildet den letzten erwähnenswerten Höhenzug am Alpenostrand und ist eine der beliebtesten Wanderregionen im bevölkerungsreichen Osten Österreichs. Auf einem dichten Wegenetz kann man die höchste Erhebung, den 1.743 m hohen Hochwechsel, der auch das Gipfelziel des nachfolgenden Wandertipps bildet, aus allen Himmelsrichtungen – technisch immer einfach – besteigen. Ausgangspunkt unserer Tour ist der Feistritzsattel (1.290 m), der neben dem Semmering (S 6) und dem Wechsel (A 2) ein dritter Alpenübergang am Alpenostrand ist. Bei unserem Aufstieg bewegen wir uns fast ausschließlich auf einem breiten Kamm, über den die steirisch-niederösterreichische Landesgrenze verläuft. Da wir uns beim Abstieg hauptsächlich auf der steirischen Seite bewegen, rechnen wir diesen Wandertipp der Steiermark zu.
Am Ostrand des großen Parkplatzes auf dem Feistritzsattel beginnt unsere Wanderung beim Sattelkreuz (Abb. 2). Auf einem breiten Weg geht es zu Beginn nach einem Linksbogen Richtung Norden dem bewaldeten Rabenkopf (1.464 m, Abb. 3) entgegen, einem Gipfel auf dem Kamm, auf dem wir uns bald schon befinden werden. Dabei genießen wir einen schönen Blick Richtung Osten (Abb. 4) zu den ersten beiden der insgesamt drei von uns bei dieser Tour zu besteigenden Gipfeln. Bei einer großen Wegkreuzung betreten wir – uns geradeaus haltend – Waldgebiet. Nun wandern wir in diesem etwas steiler ansteigend auf einem markierten Weg in einem weiteren Linksbogen hinauf zu einer Forststraße, in die wir links einbiegen. Mit einer Rechtskurve kommen wir zu einer Lichtung, bei der erstmals die Kalkberge der Wiener Alpen nordwestlich von uns zu sehen sind. Hier zweigt rechts ein breiter Forstweg ab, der im ersten Teil unterhalb des Gipfels des Rabenkopfs für lange Zeit – mit kurzen Ausnahmen – Richtung Osten führt. Bei einer Lichtung genießen wir Richtung Süden (Abb. 5) einen Blick ins enge Tal der noch jungen Feistritz mit dem kleinen Ort Feistritzwald. Uns begleiten beim mäßig steilen Anstieg die interessanten Schautafeln des Themenwegs „Forst und Jagd“ (Abb. 6). Nachdem unser breiter Forstweg unweit eines Meditationsplatzes in einen etwas schmäleren Weg übergangen ist, geht es nun abwechselnd durch Wald- und Wiesengebiet (Abb. 7) fast eben weiter Richtung Osten. Vom markierten Weg abzweigende Routen werden dabei von uns ignoriert. Nur einmal geht es noch in einem Waldstück kurz etwas bergauf. Weiter über Wiesengelände, das im Sommer für die Almwirtschaft genutzt wird, kommen wir zu einem Teich, der Bärenlacke (Abb. 8). Unser Wiesenpfad wendet sich leicht nach links und führt uns kurz ansteigend zu einer Forststraße und mit wenigen Schritten – wir halten uns rechts – auf dieser zur Kranichberger Schwaig (1.530 m, Abb. 9). Vom Ausgangspunkt hierher haben wir ungefähr 1,0–1¼ Stunden benötigt.
Nachdem wir von der bewirtschafteten Berghütte den großartigen Ausblick Richtung Nordwesten (Abb. 10) zur Rax (2.007 m), zum Sonnwendstein (1.523 m) im Semmeringgebiet und zum Schneeberg (2.076 m) genossen haben, geht es auf einem kurz steileren, etwas steinigen Weg Richtung Süden ins Waldgelände und dann eben und leicht absteigend in insgesamt etwa 10 Minuten zum Dreiländereck (1.561 m). Der Name erklärt sich nicht aus der Landesgrenze Niederösterreich-Steiermark, die durch diesen wichtigen Wegekreuzungspunkt verläuft, sondern aus drei früheren Ländereien, die hier aneinandergrenzten. Wir bleiben auf dem markierten Weg Richtung Süden, der nun steil und steinig die bewaldeten Nordhänge des Schöberl Riegels, auf den wir jetzt steigen, aufwärtsführt. Nach ca. 10 Minuten vom Dreiländereck zweigt rechts ein schmälerer Weg vom markierten Weg ab und gleich danach – ebenfalls rechts – von diesem ein enger, aber gut sichtbarer Steig. Dieser schlängelt sich hier durch Hochwald in Richtung Südwest zu felsigem Gelände (Abb. 11), das problemlos durchquert wird. Kurz geht es noch Richtung Süden aufwärts, dann stehen wir 30–35 Minuten nach der Kranichberger Schwaig auf dem mit einem massiven Steinhaufen markierten, ersten Gipfel unserer Wanderung, dem Schöberl Riegel (1.704 m, Abb. 12).
Besonders beeindruckend ist von hier der Blick Richtung Nordwesten (Abb. 13) zum Semmeringgebiet und zu den Wiener Alpen. Wir setzen unsere Tour Richtung Süden (Abb. 14) fort, wobei unsere beiden nächsten Gipfel, der nahe Umschuß Riegel (1.720 m) und links von diesem der Hochwechsel bereits gut zu sehen sind. Auf einem schmalen Pfad geht es durch Latschen mäßig steil abwärts, dann queren wir den breiten Wiesensattel zwischen Schöberl Riegel und Umschuß Riegel und steigen hinauf zu dessen Gipfel, den wir vom ersten Gipfel nach etwa 10–15 Minuten erreichen. Dabei verwenden wir den nicht markierten Weg, der beim Anstieg auf den Schöberl Riegel vom markierten Weg rechts abgezweigt ist und auf dem man die etwas steinigere Passage – aber damit auch den Gipfel des Schöberl Riegels – umgehen kann. Vom Gipfel des Umschuß Riegels, der ebenfalls nur mit einem Steinhaufen markiert ist, sieht man besonders schön Richtung Westen (Abb. 15) das Stuhleck (1.782 m) und Richtung Südwesten (Abb. 16) die Grazer Hausberge. Links von uns Richtung Südosten ist der Gipfel des Hochwechsels (Abb. 17) uns schon recht nahe.
Über mäßig steiles Wiesen- und Latschengelände geht es nun Richtung Südosten in 10 Minuten abwärts in einen Sattel (ca. 1.660 m) und dann in ungefähr 20–25 Minuten gemütlich ansteigend auf einem breiten – jetzt wieder markierten – Weg dem Gipfelplateau des Hochwechsels entgegen. Nach etwa 2½–2¾ Stunden vom Ausgangspunkt, in denen man über 550 Hm bewältigt hat, steht man schließlich vor dem einzigen Gipfelkreuz (Abb. 18) unserer Wanderung, der daneben erbauten Weltkriegs-Gedenkkapelle und dem Wetterkoglerhaus (Abb. 19). Östlich von uns kann man den über breites Wiesengelände führenden weiteren Kammverlauf zum Niederwechsel (1.669 m, Abb. 20) gut überblicken. Richtung Südosten (Abb. 21) reicht der Blick weit in die Oststeiermark und Richtung Norden (Abb. 22) zu den auf dem nördlichen Wechselkamm gelegenen Arabichl (1.595 m) und Kampstein (1.467 m) sowie im Hintergrund ins Flachland im Osten Österreichs.
Für den Abstieg wandern wir auf dem Aufstiegsweg Richtung Nordwesten (Abb. 23) – Umschuß Riegel und Schöberl Riegel entgegen – in etwa 15–20 Minuten abwärts in den Sattel. Hier begeben wir uns links auf die steirische Seite der Landesgrenze und wandern auf einem deutlich sichtbaren Wiesenweg südlich und dann westlich unterhalb des Gipfels des Umschuß Riegels am oberen Rand von großflächigen Almböden zuerst rund 5 Minuten leicht aufwärts. Dann geht es – guter Orientierungssinn ist hier erforderlich – im Waldgebiet rund 10 Minuten etwas steiler abwärts zu einer Forststraße, in die wir rechts einbiegen. Unterwegs genießen wir noch im offenen Gelände schöne Blicke zum Grazer Bergland. Auf der Forststraße geht es schließlich kaum mehr abwärts unterhalb des Schöberl Riegels in ungefähr 15 Minuten zurück zum Dreiländereck. Kurz bevor wir dieses erreichen, überblicken wir bei einer Lichtung Richtung Nordwesten (Abb. 24) den beim Aufstieg bewanderten Kamm bzw. die auf halber Höhe verlaufende und beim weiteren Abstieg verwendete Panoramaloipe, in die wir knapp unterhalb des Dreiländerecks links einbiegen. Der Name Panoramaloipe – diese verläuft auf einer Forststraße angenehm absteigend Richtung Westen – sagt schon alles: Speziell im oberen Teil genießt man schöne Ausblicke Richtung Osten, Richtung Süden und speziell Richtung Westen zum Stuhleck (Abb. 25). Kleine Hinweistafeln am Weges- bzw. Loipenrand verraten, wie weit es noch bis zum Feistritzsattel ist, dem wir immer näherkommen. Nach Querung unseres Aufstiegsweges bleiben wir beim Abstieg geradeaus auf der Forststraße und genießen auf den letzten Metern unserer Wanderung einen Abschiedsblick zur Rax (Abb. 26). Nach 45–50 Minuten vom Dreiländereck bzw. nach 1½–1¾ Stunden vom Hochwechsel erreichen wir dann wieder den Ausgangspunkt.
Geogr. Länge/Breite: 15°51'55''/47°34'03''
Rechtswert (UTM): 565080 m (Zone: 33 N)
Hochwert (UTM): 5268600 m (Zone: 33 N)