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Millstätter Alpe:
Hoch über Ort und See
Millstätter Alpe Abbildung 1
Abb. 1

Der Millstätter See ist nach dem Wörthersee und vor dem Ossiacher See Kärntens zweitgrößter See. Im Gegensatz zu den beiden anderen hat der in Oberkärnten gelegene Millstätter See bereits alpinen Charakter. Nördlich des gleichnamigen Ortes und des Sees erhebt sich steil ein oben weitgehend flacher Berg, auf dem es mehrere kleine Erhebungen bzw. Gipfel gibt. Obwohl er nicht der höchste ist, gibt unser Wanderziel, die Millstätter Alpe (2.091 m, Abb. 1), dem in Ost-West-Richtung langgezogenen Bergstock den Namen. Den etwas höheren, westlich gelegenen Kamplnock (2.101 m) werden wir bei dieser Wanderung nicht besuchen, sehr wohl aber den östlich gelegenen Lammersdorfer Berg (2.063 m). Ausgangspunkt unserer Tour ist die Lammersdorfer Hütte (1.644 m), die man vom am See gelegenen Ort Millstatt zuerst über eine Landstraße und dann über eine Mautstraße erreicht.

Schon am Weg auf der Mautstraße hinauf zum Ausgangspunkt hat man immer wieder erste schöne Ausblicke Richtung Süden zum Millstätter See (Abb. 2). Vom etwas unterhalb der Hütte gelegenen Parkplatz (1.638 m) wandern wir mit wenigen Schritten hinauf und vorbei an der stattlichen Lammersdorfer Hütte (Abb. 3). Bei einer Weggabelung halten wir uns links und folgen dem Almbrunnsteig. In Serpentinen geht es über eine steile Wiese aufwärts zum Waldrand und dann – mit schöner Aussicht (Abb. 4) – diesen einige Meter eben entlang. Unser Weg steigt wieder etwas an und wir müssen über Steinstufen ein Viehgatter übersteigen. Im offenen, mit Bäumen durchsetzten Gelände kann man jetzt recht gemütlich mit einigen Serpentinen auf einem Forstweg oder auf einem der vielen abkürzenden, parallel verlaufenden Steige an Höhe gewinnen. Dieser Wegabschnitt ist speziell im Frühsommer besonders reizvoll, wenn die Almrosen (Abb. 5) blühen. Bei einer Wegtafel nach ca. 30–35 Minuten vom Ausgangspunkt trennen sich dann für längere Zeit Forstweg und Steig, man kann beide Wegvarianten für den Aufstieg bzw. den späteren Abstieg nutzen. Der Steig (Abb. 6) führt um einiges steiler aufsteigend abwechselnd über offenes bzw. Waldgelände zu einem Aussichtsplatz mit Kruzifix (Abb. 7), während der Forstweg (Abb. 8) weiter ausholend und dann mit Serpentinen aufwärtsführt. Dabei passiert man mehrere mit Tafeln gekennzeichnete Plätze, die dem Thema „Wasser“ (Abb. 9) gewidmet sind. Nach rund 45 Minuten auf dem Fahrweg bzw. 30 Minuten auf dem Steig treffen die beiden Wegoptionen im Bereich der Waldgrenze etwas oberhalb des Kruzifixes aufeinander.

Ab jetzt auf dem Forstweg – oberhalb der Waldgrenze – öffnet sich bald der Blick Richtung Westen (Abb. 10) zum Tschierweger Nock (2.010 m) und zum Tschiernock (2.088 m), zur Reißeckgruppe sowie zur schneebedeckten Hochalmspitze (3.360 m) in den Hohen Tauern, Richtung Osten (Abb. 11) u.a. zum nahen Mirnock (2.110 m) und nach einer Linkskurve Richtung Norden (Abb. 12) zum Rosennock (2.440 m). Auch unser erstes Gipfelziel, der Lammersdorfer Berg (Abb. 13), ist ständig in unserem Blickfeld. Wieder besteht die Möglichkeit, über einen Wiesenpfad etwas abzukürzen oder im Gipfelbereich links vom Forstweg abzubiegen. Nach rund 1¼–1½ Stunden stehen wir vor dem zu einem kleinen Turm geformten Steinhaufen an der höchsten Stelle des Lammersdorfer Berges (Abb. 14). Direkt daneben befindet sich eine Aussichtsplattform mit einem grandiosen Blick abwärts zum Millstätter See (Abb. 15).

Nun geht es im Bereich des Stana Mandl über schrofiges Gelände abwärts in eine Senke (Abb. 16) und dann wieder aufwärts zum Granattor (2.060 m, Abb. 17), das daran erinnern soll, dass hier früher Granat abgebaut wurde. Wer genau schaut, kann heute noch den Edelstein am Boden liegend finden. Über weiterhin leicht schrofiges Gelände und vorbei an einem Teich (Abb. 18) kommen wir wieder zum Forstweg, in den wir links einbiegen. Vor uns öffnet sich jetzt ein herrlicher Blick Richtung Nordwesten (Abb. 19) über die Hochfläche der Millstätter Alpe. Erneut geht es etwas abwärts zum Obermillstätter Almkreuz (2.046 m, Abb. 20) und dann entweder weglos und direkt zum bereits gut sichtbaren Gipfelkreuz der Millstätter Alpe (Abb. 21) oder dem Weg fast eben Richtung Nordwesten folgend weiter zu einem Rastplatz. Hier verlassen wir rechts unseren Weg, der weiter zum Kamplnock führt, und steigen in knapp 5 Minuten auf Trittspuren über das Wiesengelände hinauf zum Gipfelkreuz der Millstätter Alpe (Abb. 22) auf. Für den gesamten Aufstieg haben wir je nach Wegvariante – Forstweg oder abkürzender Steig – ungefähr 1¾–2,0 Stunden benötigt. Dabei haben wir mit den Gegensteigungen auf der Hochfläche rund 500 Hm bewältigt.

Besonders beeindruckend ist von hier die Aussicht nach Westen (Abb. 23) zum Westteil des Hochplateaus mit der Hochalmspitze im Hintergrund. Im Norden (Abb. 24) überblickt man große Teile der in Kärnten liegenden Nockberge, im Süden (Abb. 25) ist zwar der Millstätter See nur eingeschränkt sichtbar, aber das Goldeck (2.042 m) und weitere Gipfel der Gailtaler Alpen lassen sich bewundern.

Wir wandern in etwa 25–30 Minuten zurück über den großflächigen Ostteil des Hochplateaus (Abb. 26) zum Obermillstätter Almkreuz, dann leicht aufwärts zum Granattor und im Auf und Ab zum Lammersdorfer Berg (Abb. 27), an dem man jetzt auf dem Forstweg links vorbei wandern kann. Kurz weiter Richtung Osten geht es nach einem Linksbogen Richtung Süden wieder zur oberhalb des Kruzifixes (Abb. 28) gelegenen Wegtrennung von Steig und Forstweg. Auch beim steilen Abstieg auf dem Steig über Wiesen ist man wie beim Aufstieg um rund 10–15 Minuten schneller als auf dem breiten Forstweg. Auf dem Aufstiegsweg geht es zurück über offenes Gelände zum „steinigen“ Überstieg und weiter zur Lammersdorfer Hütte (Abb. 29), die auch eine Almsennerei beheimatet. Zur Hütte gelangt man vom Gipfelkreuz der Millstätter Alpe nach ungefähr 1½–1¾ Stunden.

HM/Zeit:
Von der Lammersdorfer Hütte über den Lammersdorfer Berg zum Gipfelkreuz auf der Millstätter Alpe mit Gegensteigungen beim Auf- und Abstieg am Hochplateau ca. 550 Hm je nach Wegvariante (Steig oder Forstweg) in etwa 1¾–2,0 Stunden (Aufstieg) bzw. in ungefähr 1½–1¾ Stunden (Abstieg).
Zeitraum:
Mai–Mitte November (je nach Schneelage)
Anforderungen:
Technisch einfache, familienfreundliche und mittellange Wanderung auf einem Forstweg und/oder einem abkürzenden Steig sowie Wiesenpfad
Highlights:
Großartiger Ausblick in die Kärntner Bergwelt von beiden Gipfeln und auch unterwegs; das großflächige Gipfelplateau; das Granattor; einige eingerichtete, schöne Aussichtsplätze mit Blick zum Millstätter See; Almrosen zum Sommerbeginn; der Wasser-Lehrpfad (Almbrunnsteig); die Almsennerei in der Lammersdorfer Hütte
Anfahrt:
Auf der Bundesstraße B 98 (Verbindung von Seeboden am Millstätter See im Westen zum Ossiacher See im Osten) entlang des Millstätter Sees bis Millstatt, dort im Ortszentrum Richtung Norden nach Obermillstatt abbiegen und steil aufwärts durch den Ort Obermillstatt zum etwas höher über dem See gelegenen Plateau fahren. Etwa 4,0 km von der Abzweigung in Millstatt zweigt im Ort Lammersdorf links die mautpflichtige, ca. 5,3 km lange, durchgängig asphaltierte Almstraße zur Lammersdorfer Hütte ab. Die Mautstation folgt ungefähr nach 0,7 km.
Einkehr:
Unterwegs keine Einkehrmöglichkeit! Lammersdorfer Hütte beim Ausgangspunkt
Koordinaten Ausgangspunkt:
Referenzsystem ETRS89
Geogr. Länge/Breite: 13°37'33''/46°48'57''
Rechtswert (UTM): 395175 m (Zone: 33 N)
Hochwert (UTM): 5185623 m (Zone: 33 N)
BEV Plan:
ÖK50/3105
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