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Predigtstuhl/Kl. Königstuhl/Bärennock:
Traumhafte 3-Gipfeltour in den Lungauer Nockbergen
Predigtstuhl/Kl. Königstuhl/Bärennock Abbildung 1
Abb. 1

Neben Kärnten und der Steiermark hat auch das Bundesland Salzburg einen – wenn auch eher geringen – Anteil an den sanften, für Bergwanderungen ideal geeigneten Nockbergen. Im Südosten des Lungaus liegt an der noch jungen Mur die Gemeinde Ramingstein. Um zur Karneralm (ca. 1.890 m), dem Ausgangspunkt unserer traumhaften 3-Gipfeltour, die unter anderem auf den Kleinen Königstuhl (2.254 m, Abb. 1) führt, zu gelangen, biegt man in Ramingstein von der Bundesstraße B 97 Richtung Süden ab und fährt knapp 10,0 km durch den Mislitzgraben in ein prachtvolles Almgebiet. Leider sind dort inzwischen alle Einkehrmöglichkeiten im Sommer geschlossen. Bevor wir zum höchsten Punkt unserer Rundtour kommen, besteigen wir den Predigtstuhl (2.097 m, Abb. 2). Laut Internet gibt es in den Bergen Österreichs insgesamt 23 Gipfel mit diesem Namen. Im zweiten Teil unserer Wanderung besteigen wir noch über weniger steiles Wiesengelände das Bärennock (2.234 m, Abb. 3), bevor wir zu unserem Ausgangspunkt zurückkehren.

Von den Parkplätzen rund um das frühere GH Karneralm am Ende der Zufahrtsstraße, von denen man Richtung Norden (Abb. 4) einen schönen Blick zu den Niederen Tauern genießt, biegen wir links Richtung Nordosten auf eine Forststraße ab. Vorbei an einer Kapelle (Abb. 5) und zahlreichen Häusern eines Almdorfes geht es für uns die bewaldeten Hänge nicht allzu steil aufwärts. Stets den Hinweistafeln mit der Aufschrift „Kleiner Königstuhl“ folgend geht es nach etwas über 5 Minuten am letzten Haus vorbei. Mit zwei Serpentinen auf einem Forstweg gewinnen wir an Höhe, dabei sieht man westlich von uns immer wieder die vollkommen baumlosen Hänge der Mühlhauserhöhe (2.216 m, Abb. 6). 10 Minuten nach dem letzten Haus zweigt rechts Richtung Osten ein Steig ab, der nun steiler im lichten Waldgelände aufsteigt. Kurz etwas flacher führen zwei erneut steiler werdende Wegoptionen – wir wählen den rechten Steig und erblicken links unter uns einen kleinen Teich (Abb. 7) – hinauf zu einem Sattel (ca. 2.040 m, Abb. 8), wo beide Steige nach etwa 35–40 Minuten vom Ausgangspunkt in einen querenden Pfad münden. Wir entscheiden uns zuerst für die linke Erhebung. Kurz steil und etwas steinig und dann sanfter über Wiesenböden ansteigend erreichen wir Richtung Norden (Abb. 9) nach ungefähr 50–55 Minuten vom Ausgangspunkt, in denen wir etwas über 200 Hm aufgestiegen sind, unseren ersten Gipfel. Besonders schön ist der Blick vom Predigtstuhl Richtung Norden (Abb. 10) zu den Niederen Tauern, wobei im Hintergrund sogar die Gipfelregion des Dachsteins (2.995 m) zu sehen ist. Richtung Osten (Abb. 11) blicken wir zu den Bergen im obersteirischen Murtal und Richtung Westen (Abb. 12) genießen wir die Aussicht hinter den langgezogenen Wiesenhängen der Mühlhauserhöhe zur Reißeckgruppe und zu den Hohen Tauern, die Gletscher der Hochalmspitze (3.360 m) sind nicht zu übersehen.

Für uns geht es Richtung Süden (Abb. 13) in etwas über 5 Minuten abwärts zurück zum Sattel. Der steinige Nordhang des Kleinen Königstuhls, den wir jetzt besteigen werden, liegt oberhalb der Waldgrenze direkt vor uns. Im ersten Teil sehr steil und steinig, unterstützen in der weiteren Folge kleine Serpentinen immer entlang von Steinmännern (Abb. 14) unseren Aufstieg auf den Kleinen Königstuhl. Nach der Bewältigung einer weiteren Steilstufe ist es nicht mehr weit zum nahen Gipfelkreuz (Abb. 15). Nur mehr mäßig steil gelangen wir bei Schautafeln, auf denen dutzende Gipfel in alle Himmelsrichtungen vermerkt sind, zu einer Wegkreuzung. Mit wenigen steilen Schritten geht es für uns links hinauf zum Gipfelkreuz (Abb.16), zu dem wir mit dem Abstecher zum Predigtstuhl nach längstens 1½–1¾ Stunden, in denen wir über 400 Hm bewältigt haben, gelangen.

Der Kleine Königstuhl ist ein weithin bekannter Aussichtsberg. Egal, ob Richtung Westen (Abb. 17), Süden (Abb. 18), Osten (Abb. 19) oder Norden (Abb. 20): Der 360-Grad-Rundblick ist sensationell! Einfach genießen! Wir setzen unsere Rundtour nun Richtung Südwesten (Abb. 21) fort und steigen in kurzer Zeit auf ein flaches, in Nord-Süd-Richtung verlaufendes Plateau. Sehr schön ist von hier der Blick nach Norden (Abb. 22) zurück zum Kleinen Königstuhl und zu dem vom Gipfel nach Osten führenden Kamm. Am Ende des Plateaus zweigt der markierte Weg, der direkt zurück zur Karneralm führt, rechts ab. Wir aber folgen weiter entlang eines Viehzaunes geradeaus dem unmarkierten Pfad, übersteigen in den Sommermonaten problemlos einen querenden Viehzaun und kommen zu einer abwärtsführenden Steilstufe. Um diese zu umgehen, halten wir uns rechts und steigen weglos die leicht schrofigen Hänge abwärts. Dann muss man aufpassen, um nicht die links führenden Trittspuren zu übersehen. Diese führen den steilen Wiesenhang querend zu einem Sattel (2.125 m) und zurück zum entlang des Zaunes führenden Steig. Hier genießt man Richtung Süden (Abb. 23) einen schönen Blick zum Bärennock, unserem dritten Gipfel. Wir biegen links in den entlang des Zaunes führenden, unmarkierten Steig ein und wandern Richtung Südosten gemütlich ansteigend aufwärts. Dann bietet sich die Möglichkeit rechts über Wiesengelände – teilweise etwas steiler – Richtung Süden direkt zum unmarkierten Gipfel des Bärennocks (Abb. 24) aufzusteigen, den wir vom Kleinen Königstuhl nach knapp 60 Minuten Gehzeit erreichen.

Neben dem Blick nach Norden zurück zum Kleinen Königstuhl, der nur knapp höher als das Bärennock ist, ist die Aussicht sowohl Richtung Westen (Abb. 25) zu den Hohen Tauern und den Ausläufern der Niederen Tauern, nach Osten (Abb. 26) zum benachbarten Kilnprein (2.408 m) und den dahinterliegenden steirischen Nockbergen mit dem Eisenhut (2.440 m) als auch Richtung Süden (Abb. 27) zum Schilchernock (2.270 m) und zum Ochsenriegel (2.282) einfach grandios! Für uns geht es in etwa 5 Minuten rund 50 Hm abwärts in einen Sattel. Geradeaus könnte man mit dem Schilchernock noch einen weiteren Gipfel problemlos besteigen. Um zum Ausgangspunkt zurückzukehren, gibt es von hier nun zwei Optionen: Wer über Orientierungssinn verfügt und etwas Abenteuerlust mitbringt, kann weglos Richtung Westen hangquerend talwärts absteigen oder man wandert auf einem halbrechts abzweigenden Steig – ebenfalls hangquerend – nochmals leicht ansteigend zu dem markierten Weg, der vom Schilchernock zur Klölingscharte (2.116 m) abwärtsführt, in den man rechts einbiegt. Von der Scharte geht es dann rechts Richtung Norden (Abb. 28) steil und auf einem teilweise rauen, oft nassen, aber markierten Steig links bzw. rechts von einem Zaun und entlang eines Baches abwärts zur Klölingalm, wobei man stellenweise mooriges Gebiet überquert und einmündende Bäche übersteigen muss. Egal, für welche der beiden Abstiegsvarianten man sich vom Sattel unterhalb des Bärennocks entscheidet, man muss bis zur Klölingalm etwa 40–45 Minuten einplanen. Bei den Hütten der Klölingalm mündet dann von rechts der direkte Abstieg vom Kleinen Königstuhl in unseren Wiesenpfad. Auf breitem Weg geht es jetzt kaum mehr absteigend mit schönem Blick zu den Niederen Tauern (Abb. 29) weiter Richtung Norden zur Karneralm, die man vom Bärennock nach ungefähr 1,0–1¼ Stunden erreicht.

Noch ein Tipp: Da es – wie bereits beschrieben – im Gebiet der Karneralm keine Möglichkeit zur Einkehr gibt, kann man diese in Ramingstein mit dem Besuch der hoch über dem Ort liegenden Burg Finstergrün (Abb. 30) verbinden!

HM/Zeit:
Von der Karneralm mit Abstecher zum Predigtstuhl auf den Kleinen Königstuhl und weiter auf das Bärennock mit zahlreichen Gegensteigungen unterwegs knapp 550 Hm in etwa 2½–2¾ Stunden (Aufstieg) bzw. über die Klölingscharte oder weglos in ungefähr 1,0–1¼ Stunden (Abstieg).
Zeitraum:
Mai–Oktober
Anforderungen:
Mittellange, technisch einfache, aber beim Aufstieg auf den Kleinen Königstuhl sehr steile Rundtour auf Forststraßen und -wegen, gut begehbaren Steigen und Wiesenpfaden. Der Abstecher zum Predigtstuhl und der Weg vom Kleinen Königstuhl zum Bärennock und weiter zur Klölingscharte sind unmarkiert, sollten aber problemlos zu finden sein. Der Steig von der Klölingscharte abwärts zur Klölingalm ist zwar markiert, aber nicht gepflegt und teilweise nass. Für den weglosen Abstieg vom Sattel unterhalb des Bärennocks benötigt man guten Orientierungssinn! Das Gebiet oberhalb der Klölingalm ist oft recht moorig!
Highlights:
Rundblick von allen drei Gipfeln, besonders beeindruckend vom Kleinen Königstuhl; riesige Alm- und Wiesenflächen; Burg Finstergrün in Ramingstein
Anfahrt:
Auf der Bundesstraße B 95 (Verbindung von Klagenfurt im Süden über die Turracher Höhe und Predliz im Murtal (B 97 nach Murau) nach Mauterndorf im Lungau (B 99)) bis ca. Km 87,9 in Ramingstein fahren, dort Richtung Süden abbiegen und knapp 10,0 km durch den Mislitzgraben zur Karneralm, wo genügend Autoabstellplätze zur Verfügung stehen.
Einkehr:
keine Einkehrmöglichkeit, GH in Ramingstein
Koordinaten Ausgangspunkt:
Referenzsystem ETRS89
Geogr. Länge/Breite: 13°47'24''/47°00'36''
Rechtswert (UTM): 408028 m (Zone: 33 N)
Hochwert (UTM): 5206973 m (Zone: 33 N)
BEV Plan:
ÖK50/3230
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